Sportbootführerschein: Diese Unterschiede solltest du kennen

Bootsführerschein Hinweise, Kosten und Möglichkeiten

Alle Infos rund um den Sportbootführerschein, einfach und übersichtlich zusammengestellt. Welche Arten von Sportbootführerscheinen gibt es, was braucht man wofür und was kostet der Spaß. Zum Schluss folgen noch ein paar Tipps für die Sportbootführerscheinprüfung.

Sportbootführerschein Deutschland

In Deutschland ist der Sportbootführerschein ein amtlicher Führerschein. Es gibt ihn in zwei Varianten: den Sportbootführerschein Binnen und den Sportbootführerschein See. Der jeweilige Namen zeigt auch schon den Hauptunterschied. Der eine befähigt zum Fahren auf Binnengewässern und der andere befähigt den Inhaber zum Fahren auf Seegewässern. Mit Binnengewässer werden dabei Gewässer bezeichnet, die Inlands liegen, also keine Meere oder Teile von Meeren sind. Dazu zählen Flüsse, Kanäle und Seen. Manche innen liegenden fließenden Gewässer in Deutschland werden auch als Binnenwasserstraßen bezeichnet.

Seegewässer sind grob gesagt Meere. Für manche Binnengewässer in Deutschland braucht man allerdings den See-Bootsführerschein. Und Binnengewässer ist nicht gleich Binnenschifffahrt. Die Geltung der Führerscheine hängt stark davon ab, wer welche Wasserstraße verwaltet: der Bund oder das Land. Die Details lernt man im Kurs.

Was ist ein Sportboot?

Sportboote generell sind Motor- und Segelboote sowie Yachten in jeglicher Größe.

Der Sportführerschein Binnen gilt allerdings nur für "nicht gewerbsmäßig verwendete Wasserfahrzeuge", die kürzer als 20 Meter sind. Einen separaten Segelschein gibt es heutzutage nicht mehr. Mit dem Bootsführerschein Binnen lernt man auch die Theorie fürs Segeln. Es existiert zwar noch der Sportküstenschifferschein, kurz SKS-Schein, doch dies ist ein freiwilliger Schein für Segelyachten. Der SKS-Schein kann nur als Zusatzbefähigung erworben werden, wenn man bereits einen Bootsführerschein See hat.

Beim Sportführerschein See gibt es keine Längenbeschränkung. Der Sportbootführerschein See schließt den Sportbootführerschein Binnen nicht ein und viceversa. Man braucht nicht zwangsläufig den einen für den anderen. Es sind zwei separate Dokumente, die voneinander größtenteils unabhängig sind.

Fahrzeuge des Wassersports, die mit Muskelkraft angetrieben werden, wie Kanus, Kajaks oder Rennruderboote gelten nicht als Sportboote und benötigen keinen Führerschein. Es ist jedoch bei unbekannten Gewässern stets Vorsicht geboten und man sollte sich über die örtlichen Gefahren und das Wetter informieren, ähnlich wie beim Schwimmen.

Einige Besonderheiten:

  • Auf dem Rhein darf man mit dem Führerschein Binnen nur Boote bis 15 Meter Länge fahren.
  • Für das Schippern auf dem Bodensee benötigt man ein Bodenseeschifferpatent bei einer Segelfläche über 12 Quadratmetern und einer Motorleistung über 6 PS.
  • Pyroschein: Befindet sich ein pyrotechnisches Seenotsignal der Unterklasse T2 (Fallschirmrakete) an Bord muss der Fahrer zusätzlich einen Pyroschein besitzen. Die amtliche Bezeichnung lautet: "Fachkundenachweiß für Seenotsignalmittel gemäß § 1 Absatz 3.1 Sprengstoffverordnung". Dies ist insbesondere wichtig, wenn man ein Boot chartern möchte.
  • Auch für Segelboote mit einer Segelfläche von unter sechs Quadratmetern benötigt man nicht zwangsläufig einen Führerschein.

Sportbootführerschein Binnen und See

Kann man beides zusammen machen? Ja, damit spart man sogar Zeit und Kosten. Man sollte allerdings einplanen, dass es ein Mehraufwand ist und daher ausreichend Kapazitäten zum lernen bereit halten.

Aber: Hat man bereits den Sportbootführerschein See und macht den Sportbootführerschein Binnen bei derselben Prüfstelle und verzichtet auf die Ausstellung eines separaten Dokuments, so sinken die Prüfungsgebühren für den Sportbootführerschein Binnen von ca. 70 auf knapp 30 Euro.

Ein Hinweis aus der Praxis: Statt des langen Wortes "Sportbootführerschein" wird meist die Abkürzung SBF genutzt.

SBF Binnen

Der offizielle Titel dieser amtlichen Lizenz lautet "Sportbootführerschein mit Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen". Er wird kurz auch "SBF Binnen" genannt. Man darf damit also auf Binnenschifffahrtsstraßen Motor- und Segelboote fahren, die kürzer als 20 Meter sind.

Man kann mit dem Sportschifferzeugnis auf 25 Meter verlängern (auf dem Rhein gelten weiterhin unterschiedliche Bestimmungen). Doch für ein längeres Sportboot auf einem Binnengewässer wird dann derselbe Führerschein wie für die gewerbliche Schifffahrt benötigt.

Es gibt noch die Möglichkeit eines Sportbootführerscheins Binnen Segel mit dem man keine Boote mit Motor fahren darf. Dieser kann schon ab dem 14. Lebensjahr erlangt werden.

SBF See

Die offizielle Bezeichnung für diesen Schein der Sportschifffahrt lautet "Sportbootführerschein mit Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraße". Er wird auch "SBF See" genannt. Er gilt für Sport- und Freizeitzwecke und nur im Geltungsbereich der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung. Diese umfasst die Drei-Seemeilen-Zone auf Seeschifffahrtsstraßen und Fahrwasser innerhalb der Zwölf-Seemeilen-Zone.

Andere Führerscheine

Sollte man weiter aufs Meer hinaus wollen oder beabsichtigt ein Boot gewerblich zu steuern, gibt es in Deutschland neben dem Sportbootführerschein dafür eine ganze Reihe weiterer Führerscheine, darunter der Sportküstenschifferschein, der Sportseeschifferschein (SSS) und der Sporthochseeschifferschein (SHS).

Funkzeugnisse

Zudem ist ein Binnenfunkzeugnis oder Seefunkzeugnis von Vorteil, teilweise für den Skipper sogar gesetzlich vorgeschrieben. Man unterscheidet zwischen Short Range Certificate (SRC), Long Range Certificat (LRC) und UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk (UBI).

Voraussetzungen für den Sportbootführerschein

Um einen Sportbootführerschein zu machen, muss man mindestens 16 Jahre alt sein. Die Prüfungen dürfen allerdings schon drei Monate vorher abgelegt werden, der Führerschein wird dann erst am Geburtstag zugeschickt. Für zukünftige Skipper unter 18 Jahren ist zudem die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten notwendig, um einen Bootsführerschein zu erwerben.

Medizinische Tauglichkeit: Beim ärztlichen Attest für den Sportbootführerschein wird Sehvermögen, Hörvermögen und körperliche Tauglichkeit getestet. Es darf keine Rot-Grün-Schwäche vorliegen. Diese Richtlinie wird aktuell debattiert, da man mithilfe von Colorlite-Brillen diese Sehschwäche mittlerweile korrigieren kann.

Das ärztliche Attest bzw. die medizinischen Befähigungsnachweise muss/müssen auf einem bestimmten Formular eingetragen werden und dürfen nicht älter als 12 Monate sein. Atteste für Flieger, Taucher oder Busfahrer werden für den Sportbootführerschein nicht anerkannt.

Es ist zudem von Vorteil bereits einen KFZ-Führerschein zu besitzen. Dies vereinfacht die medizinische Prüfung und, sollte kein Führerschein vorhanden sein, muss ein Führungszeugnis zur Vorlage beim Prüfungsausschuss beantragt werden. Minderjährige müssen weder Führerschein noch Führungszeugnis für den Sportbootführerschein vorlegen.

Mit diesen Kosten musst du ungefähr rechnen

Für einen Sportbootführerschein kann man mit Kosten um die 300 Euro rechnen. Diese setzen sich zusammen aus:

  • Schulung bzw. Online-Kurs (ab 40 Euro)
  • Praktische Fahrerausbildung (50 bis 150 Euro)
  • Schulmaterial wie Naviset (ca. 30 Euro in der Profivariante), Lehrbuch (ca. 30 Euro), Fragebogenmappe (ca. 20 Euro) - dieser Kostenpunkt ist sehr variabel, da manche Bootsfahrschulen mit Online-Kursen arbeiten und daher die Kosten für gedrucktes Lehrmaterial entfallen und manch einer hat Zirkel und Lineal noch aus Schulzeiten zuhause rumliegen.
  • Ärztliches Attest (25 Euro)
  • Prüfungsgebühren (110 Euro für See und 69 Euro für Binnen)

Heißer Tipp: Den SBF-See zuerst absolvieren, wenn man es auf beide abgesehen hat. Denn macht man den SBF Binnen zuerst, wird das Ganze am Ende fast doppelt so teuer.

Wie lange dauert die Ausbildung?

See: 25 bis 30 Stunden

Binnen: 8 bis 10 Stunden

Erfahrungsberichten zufolge hat es schon jemand in elf Tagen geschafft. Durchschnittlich dauert es drei bis vier Wochen inklusive Warten auf Termine für die Prüfung und das ärztliche Attest. Die Kurse für Sportbootführerscheine beinhalten unter anderem Informationen zum Bereich Navigation sowie zu Knoten und den unterschiedlichen Arten der Antriebsmaschine. Hier haben wir dir eine Anleitung für die 10 Seemannsknoten für die Sportboot-Führerschein-Prüfung zusammengestellt. Mit unserem speziell auf die Prüfung angepassten Knotenkurs kannst du ganz einfach die Knoten üben: Egal ob zu Hause, auf der Arbeit oder unterwegs.

Hinweis: Für das bisschen Aufwand darf man sich dann aber ein Leben lang Skipper nennen. Und der Sportbootführerschein ist mittlerweile im Scheckkartenformat und passt einfach ins Portemonnaie.

Sportbootführerschein International

In Österreich heißt die Erlaubnis zum Fahren auf Binnengewässern Schiffsführerpatent. Zudem können diverse Befähigungsausweise erworben werden. In der Schweiz wird er Schiffsführerausweis genannt und es gibt nur diesen für Binnengewässer und den Hochseeausweiß für alle Meere. In Großbritannien gibt es den Yachtmaster, dieser ist unterteilt in Coastal, Offshore und Ocean. Für das Fahren in den Grachten Niederlands braucht der Niederländer den Vaarbewijs, den es dort auch in unterschiedlichen Ausführungen gibt. Dies ist nur eine kleine Auswahl der Sportbootführerscheine anderer Länder.

Mit dem deutschen Sportbootführerschein kann man nicht zwangsläufig auf internationalen Gewässern fahren. Hierzu ist oft ein internationaler Bootsführerschein nötig, kurz IBS genannt. Dieses Dokument ist in allen Ländern innerhalb Europas anerkannt. Oftmals ist der internationale Bootsführerschein bereits Teil des Sportbootführerschein See. Ob ein SBF dies enthält erkennt man an Seite 3. Hier sollte ein "Internationales Zertifikat" der Vereinten Nationen stehen, damit der SBF in ganz Europa gültig ist.

Es gibt auch Länder ohne Sportbootführerscheinpflicht. Hier passiert so lange nichts bis etwas passiert. Beispielsweise bei einem Unfall kann ohne Bootsführerschein der Versicherungsschutz gegebenenfalls nicht greifen oder der Fahrer sogar wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt werden.

Natürlich kann jeder Mensch, der möchte, egal welcher Nationalität einen deutschen Sportbootführerschein erwerben. Die deutsche Ausbildung und Bescheinigung steht international hoch im Kurs.

Bestehenden Führerschein umschreiben

Man kann einen ausländischen Bootsführerschein nicht in einen deutschen Bootsführerschein umschreiben lassen. Wenn man sich allerdings weniger als 12 Monate in Deutschland aufhält und im Heimatland kein Bootsführerschein vorgeschrieben ist, benötigt man auch hier keinen Sportbootführerschein für sein Boot.

Die Prüfung

Sie besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Der Theorieteil ist ein Fragebogen, der dem Prüfling bereits aus der Schulung oder dem Online-Kurs bekannt sein sollte. Es müssen 30 Multiple-Choice-Fragen und neun Navigationsaufgaben in 60 Minuten gelöst werden. Bestanden hat man ab 24 und 7 richtigen Antworten.

Der praktische Teil der Prüfung für den Sportbootführerschein besteht aus fünf Pflichtmanövern und Knotenkunde. Beide Teile müssen innerhalb von 12 Monaten abgelegt werden.

Hinweis: Man kann die Prüfung so oft man will wiederholen.

Mehr Informationen zur Prüfung haben wir dir auf dieser Seite zusammengestellt.

SBF Binnen Prüfungsfragen

Heißer Tipp: Die Prüfungsfragen für den Sportbootführerschein sind nichts Unbekanntes. Alle Fragen, die in der Prüfung dran kommen können sind in den Vorbereitungsmaterialien enthalten und im Internet frei einsehbar. Auswendig lernen reicht also. Es gibt lediglich 15 Prüfungsbögen je Führerschein-Art. Macht man also beide gleichzeitig, sollte man 30 Bögen mit je 30 Fragen lernen.

Auch wenn man für Sportboote mit einer Leistung von unter 15 PS (11,03kW) bzw. unter 5 PS auf dem Rhein, und für Segelboote mit einem Segel unter 6 Quadratmetern keinen Führerschein benötigt, wird so ziemlich jeder Bootsverleih nach einem Bootsführerschein fragen - unabhängig von örtlichen Vorschriften.

WhatsApp Chat whatsapp
WhatsApp Chat whatsapp